Die Idee, mit einem Elektroauto von Salzburg in die Provence zu reisen, ist nicht nur ein Traum für viele, sondern mittlerweile auch eine machbare Realität – selbst im Winter. Ein aktueller Bericht zeigt, dass eine Reise von etwa 1100 Kilometern mit dem vollelektrischen VW ID.7 Tourer Pro S durchaus möglich ist. Die Route führt über den Brenner, durch Norditalien, entlang der malerischen ligurischen Küste und schließlich an die sonnige Côte d’Azur. Dabei wartet auf die Reisenden ein Kontrastprogramm: Kälte in den Alpen und milde Temperaturen in der Po-Ebene.
Mit einer 86-kWh-Batterie und einem hocheffizienten Thermomanagement ausgestattet, zeigt der ID.7, dass er auch bei winterlichen Bedingungen eine respektable Leistung erbringen kann. Doch die Ladeinfrastruktur bleibt ein zweischneidiges Schwert. Auf der Strecke treffen die Reisenden sowohl auf leistungsfähige Stationen als auch auf defekte oder belegte Ladepunkte, was die Planung der Reise entscheidend beeinflussen kann. Für eine entspannte Übernachtung empfiehlt sich Piacenza, bevor am zweiten Reisetag die Küstenautobahn zwischen Genua und Ventimiglia befahren wird.
Reise durch die Provence
Der Grenzübertritt nach Frankreich gestaltet sich erfreulich, da die Ladeinfrastruktur hier deutlich besser ausgebaut ist. Schnelllader sind omnipräsent, und die Reise durch die grüne Provence, bekannt für ihre Nachhaltigkeit und das Bio-Dorf Correns, wird zum Genuss. In Correns erwarten die Reisenden zwei 22-kW-Ladepunkte, die für die 900 Einwohner zur Verfügung stehen. Weitere traumhafte Reiseziele wie Cassis, Marseille und Aix-en-Provence laden zum Verweilen ein.
Die Rückfahrt nach Salzburg erweist sich als ebenso unkompliziert: In etwa 13 Stunden und mit drei kurzen Ladevorgängen ist die gesamte Strecke von circa 2300 Kilometern zurückgelegt. Der durchschnittliche Verbrauch von 19,9 kWh zeigt, dass Langstreckenfahrten mit Elektroautos auch im Winter gelingen können. Dabei sind die Reichweitenverluste untergeordnet, während der Bedarf an urbaner Ladeinfrastruktur nach wie vor besteht.
Wintertauglichkeit von Elektroautos
Die Frage nach der Wintertauglichkeit von Elektroautos ist von großem Interesse. Ein ADAC-Test hat gezeigt, dass bei kalten Temperaturen und Autobahntempo die Reichweite von Elektrofahrzeugen stark variieren kann. Während nur der Mercedes EQS eine Strecke von 582 km ohne Nachladen schaffte, zeigten viele Modelle eine Abweichung von bis zu 50 % von den Herstellerangaben. Die getesteten Fahrzeuge hatten Preise, die zwischen 42.900 und 129.900 Euro lagen, und Akkugrößen von 71 bis 118 kWh – ein Hinweis darauf, dass die Wahl des Fahrzeugs einen erheblichen Einfluss auf die Reichweite hat.
Aber nicht nur die Akkugröße spielt eine Rolle. Auch die Effizienz des Motors ist entscheidend. Permanentmagnet-Synchronmotoren gelten als effizienter als ihre Asynchron-Kollegen, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Mit einer intelligenten Routenplanung über das Navigationssystem können Nutzer passende Ladestopps auswählen und ihren Ladezustand für die Ankunft optimieren.
Fazit: E-Mobilität auf Langstrecke
Die Erkenntnisse aus den Testfahrten und der Reise von Salzburg in die Provence untermauern, dass Elektroautos heute für lange Reisen geeignet sind, ähnlich wie herkömmliche Verbrenner. Auch wenn das Ladenetz noch Verbesserungspotenzial bietet, so zeigt sich doch, dass der Alltag mit einem E-Auto annehmbar ist. Größere Akkus und Schnellladung mit 150 kW und mehr sind der Schlüssel für entspannte Langstreckenfahrten. Mit der richtigen Planung und einer Portion Geduld können Elektroautofahrer die Vorzüge der E-Mobilität auch auf längeren Strecken genießen und sich auf nachhaltige Reisen freuen.