Die neue Ausstellung im Monatsschlössl Salzburg beleuchtet die Unterschiede zwischen der realen Familie von Trapp und dem berühmten Film „The Sound of Music“. Diese Veranstaltung lädt die Besucher dazu ein, in die faszinierende, aber oft romantisierte Geschichte einzutauchen, die durch die Hollywood-Produktion weltberühmt wurde. Der Film, der auf dem Musical von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein aus dem Jahr 1959 basiert, hat nicht nur die Herzen vieler Zuschauer erobert, sondern auch die Wahrnehmung der Familie von Trapp nachhaltig geprägt.
Salzburg, bekannt als Mozarts Geburtsort, zieht nicht nur kulturinteressierte Einheimische, sondern auch amerikanische und asiatische Touristen an, die sich von den romantischen Schauplätzen des Films verzaubern lassen. Die Drehorte wie der Mirabellgarten, das Schloss Leopoldskron und die Kirche in Mondsee sind beliebte Anlaufstellen für Filmfans. Doch unter den Einheimischen wird der Film oft kritisch betrachtet, da er das Weltbild von Österreich auf eine kitschige Weise verkitscht.
Die wahre Geschichte der Familie von Trapp
Die Familie von Trapp hatte tatsächlich nicht sieben, sondern zehn Kinder. Die Namen und Charaktere der Kinder im Film sind fiktiv, während die echte Familie vor allem für ihre kirchlichen Lieder bekannt war. Georg von Trapp, der ursprünglich aus dem heutigen Kroatien stammte, war kein strenger Patriarch, sondern ein liebevoller Vater, der das Musizieren seiner Kinder förderte. Seine Frau, Maria von Trapp, war ebenfalls eine willensstarke Persönlichkeit, die in der filmischen Darstellung als schüchterne Novizin erscheint, was nicht der Realität entspricht.
Die dramatische Flucht der Familie über die Alpen, die im Film eindrucksvoll inszeniert wird, war in Wirklichkeit weniger spektakulär. Statt heimlich über die Berge zu wandern, reiste die Familie legal per Zug nach Italien, bevor sie ihre Reise nach England und schließlich in die USA fortsetzte. Diese und viele andere Elemente wurden im Film verändert oder dramatisiert, um die Geschichte spannender zu gestalten.
Die musikalische Diskrepanz
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Musik. Während die berühmten Lieder wie „Do-Re-Mi“ und „Edelweiss“ von Rodgers & Hammerstein für das Musical komponiert wurden, sang die Familie von Trapp überwiegend klassische und kirchliche Musik. Diese Diskrepanz zwischen der filmischen Darstellung und der Realität wird in der Ausstellung eindrucksvoll thematisiert.
Die Hochzeit von Georg und Maria fand nicht in der Kirche von Mondsee statt, wie es im Film suggeriert wird, sondern im Kloster am Nonnberg. Diese Details zeigen, wie die Geschichte der Familie von Trapp durch die Linse der Filmindustrie verändert wurde, um ein dramatisches und romantisches Bild zu erzeugen. Die ersten Sound-of-Music-Touren in Salzburg entstanden bereits in den späten 1960er Jahren, um den Touristen die Filmlocations näherzubringen. Die Touren beinhalten nicht nur die bekannten Drehorte, sondern auch weniger bekannte, aber ebenso eindrucksvolle Schauplätze.
Ein Blick auf die Rezeption
Die Ausstellung im Monatsschlössl zeigt nicht nur die Unterschiede zwischen der Realität und dem Film, sondern lädt auch dazu ein, einen kritischen Blick auf die Art und Weise zu werfen, wie solche Geschichten erzählt werden. Während die Dinner Show „Sound of Music“ in Salzburg mit Klischees und musikalischen Werten von Oper, Operette und Volksmusik spielt, haben sich österreichische Bühnen lange von dem Film distanziert. Dennoch bleibt das Interesse an der Familie von Trapp und ihrer Musik ungebrochen, und die Faszination für „The Sound of Music“ ist bis heute spürbar.
Wer mehr über die wahre Geschichte der Familie von Trapp und die Unterschiede zur filmischen Darstellung erfahren möchte, sollte unbedingt die Ausstellung im Monatsschlössl besuchen und sich in die Welt von Musik und Tanz entführen lassen. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten von meinbezirk.at und sound-of-music.com.