In Salzburg wird derzeit um die Zukunft des Tourismus-Kollektivvertrags gerungen. Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind angespannt, wie die Gewerkschaft vida berichtet. Sie fordert eine Lohnerhöhung von 3,8%, die über der aktuellen Inflationsrate von 3,6% liegt. Auf der anderen Seite bieten die Arbeitgeber lediglich eine Erhöhung von 2,3% an. Der Druck ist hoch, denn der Tourismus ist das wirtschaftliche Rückgrat Salzburgs, mit rund 27.000 direkt Beschäftigten in der Beherbergung und Gastronomie.
Vor der ersten Verhandlungsrunde am 12. März kam es bereits zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien. Eva Eberhart, die Verhandlungsleiterin von vida, kritisiert das Angebot der Arbeitgeber als unzureichend. Arbeitgebervertreter, darunter Georg Imlauer und Alois Rainer von den gastgewerblichen Fachverbänden, warnen jedoch vor einer wirtschaftlichen Überlastung und halten die Forderungen der Gewerkschaft für unrealistisch. In dieser angespannten Situation wird am Dienstag in Wien die zweite Verhandlungsrunde stattfinden.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus
Die direkte und indirekte Wertschöpfung des Tourismus in Salzburg beläuft sich auf knapp fünf Milliarden Euro. Dies unterstreicht die immense Bedeutung dieser Branche für die Region. Zudem bildet der Tourismussektor etwa drei Viertel aller Salzburger Lehrlinge aus. Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, wie wichtig ein fairer Tarifabschluss für die Beschäftigten und die gesamte Branche ist.
Aber nicht nur in Salzburg sind die Verhandlungen von Bedeutung. Auch in Deutschland wurden kürzlich Fortschritte erzielt. Die DRV-Tarifgemeinschaft hat ein Verhandlungsergebnis mit der Gewerkschaft ver.di erzielt, das einen neuen Gehaltstarifvertrag sowie eine neue Vereinbarung zur Vergütung für Auszubildende umfasst. Der letzte Tarifabschluss datiert auf den 15. Februar 2018. Bei den neuen Regelungen wurden die bisherigen Erhöhungen von insgesamt 7,12 % in den Tarifvertrag überführt.
Wichtige Details der Tarifverhandlungen
Ab März 2026 wird eine Steigerung des Tarifgehalts um 4,6% wirksam, mit einer Mindesterhöhung von 165 € brutto. Für ausgebildete Fachkräfte in Reisebüros wird das Einstiegsgehalt auf rund 2.600 € angehoben. Auch die Vergütung für Auszubildende wird verbessert: Im ersten Ausbildungsjahr sollen sie 934 €, im zweiten 1.053 € und im dritten 1.207 € erhalten. Für September 2025 bis Februar 2026 ist zudem eine einmalige Zahlung von 400 € für Beschäftigte (ohne Auszubildende) vorgesehen.
Dies zeigt, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Fortschritte möglich sind. Peter Hampel, Geschäftsführer der DRV-Tarifgemeinschaft, bezeichnete den Abschluss als bemerkenswert in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Das gibt Hoffnung für die Verhandlungen in Salzburg, wo ein ähnlicher Weg beschritten werden könnte.