Die Altstadt Salzburgs steht im Mittelpunkt eines spannenden Wandels. Der Altstadtverband drängt auf eine Rückbesinnung auf die Langsamkeit und einen lebensfreundlicheren Rhythmus in der Stadt. Geschäftsführer Roland Aigner nimmt in einem Interview klar Stellung zur laufenden Debatte über die bekannte Getreidegasse.

In einer Zeit, in der die Kritik an der großen Anzahl von Souvenirläden laut wird – Aigner spricht von „Verramschung“ – hält er dagegen: Die Getreidegasse sei eine der schönsten Einkaufsstraßen Europas mit über 120 Geschäften. Darunter finden sich viele familiengeführte Betriebe, die samt ihrer Tradition und Handwerkskunst einen besonderen Charme versprühen. Aigner möchte die Altstadt nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einheimischen attraktiver machen. Schließlich sieht er sie als wichtigen Teil des Tourismus, von dem auch die lokalen Betriebe profitieren sollen.

Eine neue Tourismusstrategie für Salzburg

Salzburg setzt darüber hinaus auf ein neues, umfassendes Tourismusleitbild, welches stärker die Meinungen und Ideen der Bürger einbezieht. In diesem partizipativen Ansatz möchte die Stadtverwaltung ein breites Spektrum an Beteiligungsmöglichkeiten schaffen, um die Bürger aktiv in die Gestaltung einzubinden. Dies ist Teil einer größeren Strategie zur nachhaltigen Tourismusentwicklung in Salzburg, die nicht nur infrastrukturelle, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigt. salzburg.ORF.at berichtet, dass die Entwicklung des neuen Konzepts die Lebensqualität der Stadtbewohner sowie die kulturelle Vielfalt im Auge hat.

Die “Vision Salzburg 2040” sieht die Stadt als integrativen Bestandteil der Stadtentwicklung und möchte den Tourismus als Motor für lokale Betriebe und zur Schaffung von Arbeitsplätzen nutzen. Im Mai 2025 wurde die Strategie einstimmig von den politischen Gremien befürwortet, und die ersten Schlüsselprojekte sind bereits gestartet. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass sich die Maßnahmen an den Bedürfnissen sowohl der Gäste als auch der Einheimischen orientieren.

Reduzierung von Autoverkehr und hohe Parkstrafen im Fokus

Ein weiterer Punkt, den Aigner anspricht, ist die Reduzierung des Autoverkehrs in der Altstadt. Dies soll nicht nur die Lebensqualität der Anwohner verbessern, sondern auch die Attraktivität für Besucher steigern. Die Touristen sollten ermutigt werden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, und die Diskussion über Quartiersparkflächen in den Stadtbergen soll neu aufgegriffen werden. Auch die hohen Parkstrafen sind ein Thema, das Aigner kritisiert und schlägt Lenkungsabgaben für Einkaufszentren vor, die Gratisparken anbieten.

Aigner betont die Notwendigkeit, den Aufenthalt für Touristen in Salzburg zu verlängern. Aktuell verbringen die Besucher nur 1,8 Nächte in der Stadt, ein Wert, den es gilt zu erhöhen. Das Ziel ist ein angenehmeres Stadtbild, in der die über 500 Geschäfte in der Altstadt attraktiv präsentiert werden, um mehr Besucher anzuziehen. Langfristig soll das alles zu einer positiven Entwicklung des Salzburger Tourismus führen, der auf Qualität statt Quantität setzt und der Stadt einen nachhaltigen Nutzen bringt.

Die umfassenden Pläne und Ideen zeigen, dass Salzburg gewillt ist, sich neu zu erfinden und sowohl die Lebensqualität für die Einheimischen als auch das Erlebnis für die Touristen zu verbessern. Es bleibt spannend, wie sich die Umsetzung der neuen Vorschläge gestalten wird. Die Weiterentwicklungen sind Teil einer langfristen Strategie, die Salzburg zu einer der führenden Kulturstädte der Welt positionieren möchte, wie die Studie der Perspektive Salzburg 2040 belegt Perspektive Salzburg 2040.