Im Herzen Salzburgs hat sich eine dramatische Wendung für die Qimiq Handels GmbH ergeben. Der traditionsreiche Sahnehersteller, der vor 25 Jahren als innovative Marke auf den Markt kam, ist insolvent. Am 7. April 2026 wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Salzburg eröffnet. Die finanziellen Schwierigkeiten sind vor allem auf die gestiegenen Milchpreise und die Inflation zurückzuführen, die das Unternehmen schwer getroffen haben.

Qimiq wurde 2001 gegründet und hat sich einen Namen mit seinen Sahnebasis-Produkten, darunter auch vegane Alternativen, gemacht. Diese Produkte finden vor allem in der Gastronomie und im Catering großen Anklang und sind zudem in zahlreichen Ländern exportiert. Geschäftsführer Rudolf Haindl, der zusammen mit Sternekoch Hans Mandl die Produktlinie entwickelte, kann auf beeindruckende Verkaufszahlen zurückblicken: Von 2016 bis 2023 wurden 28 Millionen Packungen im Einzelhandel verkauft. Jährlich werden 268.000 Kilo Qimiq in Convenience-Produkten verarbeitet.

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Finanzielle Herausforderungen und Sanierungspläne

Die Schulden von Qimiq belaufen sich auf etwa 8,66 Millionen Euro und betreffen 159 Gläubiger. Um die Sanierung voranzutreiben, sieht der Plan vor, innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent der Schulden zurückzuzahlen. Ein weiterer schwerwiegender Faktor, der zur Krise beitrug, waren verspätete Zahlungseingänge von internationalen Großkunden, die die Liquidität des Unternehmens zusätzlich belasteten. Ein Auslieferstopp der SalzburgMilch GmbH Anfang 2026 verschärfte die Lage weiter, da Qimiq wichtige Waren nicht mehr erhielt und dadurch Umsatzverluste hinnehmen musste.

Die Geschäftsführung von Qimiq zeigt sich jedoch optimistisch und glaubt an eine Rettung des Unternehmens durch gesunkene Milchpreise sowie eingeleitete Sparmaßnahmen. Bestellungen gehen weiterhin ein, und die Auslieferungen haben wieder begonnen. Zudem scheiterten Gespräche mit SalzburgMilch über eine mögliche Beteiligung im März 2026, was die Lage zusätzlich komplizierte.

Die Zukunft von Qimiq

Die Situation von Qimiq ist angespannt, doch der Sahnehersteller plant, den Betrieb fortzuführen und den Sanierungsplan umzusetzen. Die Hoffnung liegt in der Stabilisierung der Milchpreise und der Wiederherstellung der Liquidität. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Qimiq die Kurve kriegen kann und ob die angebotene Quote von 20 Prozent für die Gläubiger realistisch ist.

Die Entwicklungen rund um Qimiq sind nicht nur für das Unternehmen selbst von Bedeutung, sondern werfen auch ein Licht auf die gesamte Branche, die stark von den Preisschwankungen der Rohstoffe betroffen ist. In einer Zeit, in der viele Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für Qimiq und die gesamte Lebensmittelindustrie entwickeln wird. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel auf wa.de und rosenheim24.de.