Heute ist der 19.04.2026 und in Saalfelden wird ein neuer Weg in der Ausbildung beschritten. Hier hat erstmals ein „Lehre mit Matura“-Kurs speziell für die Tourismusbranche im Pinzgau begonnen. Dieses innovative Modell ermöglicht es den Lehrlingen, parallel zu ihrer Ausbildung die Matura abzulegen. So können junge Menschen sowohl praktische Erfahrungen sammeln als auch ihre schulische Qualifikation verbessern – eine Kombination, die in der heutigen Zeit von unschätzbarem Wert ist.
Die Kursstruktur ist so gestaltet, dass sie den Anforderungen der stark ausgelasteten Sommer- und Wintersaisonen gerecht wird. In diesen Zeiten sind die Lehrlinge in den Betrieben besonders gefragt. Die meisten Kurstage finden daher in der Nebensaison statt, mit Unterrichtszeiten, die auf den Nachmittag gelegt sind. Das Beste daran? Der Kurs ist für die Lehrlinge kostenlos und wird vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung finanziert. Eine echte Win-win-Situation!
Zusammenarbeit für die Zukunft
Die erste Prüfung im Fach Englisch ist bereits für Jänner 2027 angesetzt, während der nächste Kursstart im Frühjahr 2027 erfolgen soll. BFI-Geschäftsführer Franz Fuchs-Weikl und Bürgermeister Erich Rohrmoser betonen die enge Zusammenarbeit regionaler Institutionen, die diesen Kursstart ermöglicht hat. Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Ausbildung im Pinzgau.
In ganz Salzburg absolvieren bereits über 20% der Lehrlinge die Lehre mit Matura. Das zeigt, wie sehr dieses Modell von den jungen Menschen angenommen wird. Betriebe, die ihre Lehrlinge aktiv unterstützen, verzeichnen besonders hohe Erfolgsquoten. Die Wirtschaftskammer Österreich fördert daher Unternehmen, die Tageslehrgänge für Lehrlinge anbieten, und sorgt dafür, dass diese Betriebe eine Kompensation des kollektivvertraglichen Bruttolehrlingseinkommens für die Kurszeiten erhalten. Das hat nicht nur Vorteile für die Lehrlinge, sondern stärkt auch die Mitarbeiterbindung und verbessert das Recruiting.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Initiative „Lehre mit Matura“ trägt zur Attraktivität der Arbeitgebermarke bei und zeigt, dass die Verbindung von Arbeit und Weiterbildung für junge Menschen entscheidend ist bei der Wahl des Arbeitgebers. In einer Zeit, in der Fachkräfte händeringend gesucht werden, ist es mehr denn je wichtig, den Nachwuchs gezielt zu fördern und zu fordern. Dieses Modell stellt einen bedeutenden Schritt in die richtige Richtung dar und könnte auch in anderen Branchen Schule machen.
Die Entwicklungen in Saalfelden sind ein Beispiel dafür, wie regionale Zusammenarbeit und innovative Bildungsangebote die Weichen für die Zukunft stellen können. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Veränderungen auf die Tourismusbranche im Pinzgau auswirken werden.