Max Riese ist kein gewöhnlicher Radfahrer. Der aus Dresden stammende Extremradfahrer und Abenteurer hat sich in Salzburg niedergelassen, wo er nicht nur studierte, sondern auch seine Leidenschaft für das Radfahren entdeckte. Ursprünglich als Leistungssportler im Straßenradsport aktiv, begann seine Karriere jedoch klassisch beim Laufen in der Schulzeit. „Das Radfahren kam ganz zufällig“, erzählt er. Diese Zufälligkeit führte ihn schließlich dazu, einen Weltrekord beim Triple-Everesting am Gaisberg aufzustellen, eine Herausforderung, die sowohl körperliche als auch mentale Stärke erfordert.
Die Faszination für lange Distanzen treibt Riese an. Diese Disziplinen verlangen nicht nur körperliche Fitness, sondern auch eine ausgeklügelte Planung und Selbstversorgung. Sein Schlüsselmoment war das Silk Road Mountain Race in Kirgisistan, wo er in die Top 20 fuhr. „Ultrarennen sind komplexer und erfordern ein hohes Maß an Selbstmanagement“, erklärt Riese. Während des Triple Everest war er überrascht von der großen Reaktion in der Rad-Community. „Es war ein Zeichen, dass viele Menschen sich für solche Herausforderungen interessieren“, so Riese weiter.
Die Herausforderungen des Ultra-Cyclings
Es ist kein Geheimnis, dass der körperliche Aspekt beim Ultra-Cycling oft nicht die größte Herausforderung darstellt. Die wahren Prüfungen liegen im Umgang mit Unbehagen, Selbstzweifeln und extremer Müdigkeit. Wie auch andere Ultrafahrer, wie Lael Wilcox betont, ist es wichtig, sich auf kleine Dinge zu konzentrieren, um die Stimmung zu heben. „Hochs und Tiefs kommen und gehen. Man muss einfach weiterfahren“, so die Erfahrung von Emily Chappell. Riese kombiniert wissenschaftliche Planung mit dem Hören auf seinen Körper und hat feste Schlafstrategien, um Leistungseinbrüche zu vermeiden.
„Der Triple Everest ist eine einfache Idee, die an die Grenzen führt“, sagt Riese. Diese Herausforderung spricht viele Menschen an und erzählt Geschichten, die über den Sport hinausgehen. In seiner Vision möchte er mehr als nur Athlet sein. Er plant, Projekte wie den Wossa-Trail zu entwickeln und eine Community aufzubauen, die nachhaltigen Tourismus und bessere Bedingungen für Radfahrer fördert.
Ein Blick in die Psyche des Sportlers
Die mentale Stärke ist ein entscheidender Faktor beim Ultra-Cycling. Fahrer:innen müssen gegen ihre eigenen mentalen Grenzen kämpfen. Mark Beaumont spricht darüber, wie die Angst vor dem Scheitern die Psyche belasten kann. Sherry Cardona empfiehlt, sich kleine Spiele auszudenken, um motiviert zu bleiben. Steffen Streich nimmt Rennen stundenweise und konzentriert sich auf die Landschaft, seinen Körper und die Suche nach Essen, Wasser und Schlafplätzen. Diese Herangehensweisen sind auch für Riese von Bedeutung, wenn er sich seinen Herausforderungen stellt.
Max Riese ist auf einem spannenden Weg, der nicht nur ihn, sondern auch viele andere Radfahrer inspiriert. Mit seiner Neugier und der Bereitschaft, an seine Grenzen zu gehen, zeigt er, dass im Radfahren weit mehr steckt als nur Wettkampf. Es ist eine Reise, die Gemeinschaft und Nachhaltigkeit fördern kann und dabei Geschichten erzählt, die Generationen überdauern.