Die wohl meistbefahrene Bahnstrecke zwischen München und Salzburg steht vor umfassenden Sanierungsarbeiten, die in den kommenden Jahren stattfinden werden. Ab Februar 2027 plant die Deutsche Bahn Totalsperrungen auf dieser wichtigen Verbindung, und das macht sogleich auf sich aufmerksam. Laut rosenheim24.de wird die Strecke zwischen Rosenheim und Freilassing für ungefähr fünf Monate, also rund 22 Wochen, gesperrt. Der erste Abschnitt dieser Totalsperrung beginnt am 5. Februar 2027.

Im Jahr darauf, ab dem 4. Februar 2028, wird dann der Abschnitt von München-Ost bis Rosenheim ebenfalls für 22 Wochen vom Zugverkehr abgekoppelt. Diese Maßnahmen sind Teil der planmäßigen Generalsanierung, die auch das elektronische Stellwerk in Rosenheim, das inzwischen aus dem Jahr 2003 stammt, betrifft. Dieses wird vollständig erneuert, um den Betrieb künftig zuverlässiger und störungsfreier zu gestalten.

Sanierungsmaßnahmen und Skepsis

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) zeigt sich skeptisch bezüglich der Notwendigkeit dieser Totalsperrungen. Schließlich wurden die Gleise im Verlauf der letzten Jahre bereits an vielen Punkten erneuert. Kritiker weisen darauf hin, dass im Zuge der Generalsanierung zwischen Grafing und Rosenheim lediglich sieben Kilometer Gleis ausgetauscht werden soll. Dennoch sieht DB InfraGo die Notwendigkeit dieser umfassenden Maßnahmen, da die betroffenen Strecken als besonders störanfällig gelten.

Die konkreten Sanierungsmaßnahmen sind umfangreich. Geplant ist der Austausch von Gleisen, Weichen und Oberleitungen über eine Strecke von 37 Kilometern, sowie die Optimierung von sieben Bahnübergängen und die Modernisierung von neun Bahnhöfen. Der fokusierte Ausbau der Bahnhöfe zielt darauf ab, sie barrierefrei zu gestalten. Dazu zählen stufenlose Zugänge durch Bahnsteigerhöhungen, der Einbau von Aufzügen und taktilen Leitsystemen für Menschen mit Sehbehinderung.

Ein europäisches Ziel

Der Korridor zwischen Rosenheim und Salzburg ist ein Teil der europäischen Ost-West-Magistrale von Paris nach Bratislava/Budapest und hat daher hohe Priorität. Die Sanierung soll nicht nur die Infrastruktur der Strecke verbessern, sondern auch die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge steigern. Die Deutsche Bahn verfolgt mit ihrem Gesamtprogramm das Ziel, die Leistungskapazität der Schiene bis 2027 zu restaurieren. Dazu gehören auch Initiativen zur Digitalisierung und Verbesserung des Kundenerlebnisses.

Ein entscheidender Punkt der Sanierungsstrategie ist die Einführung neuer Signal- und Stellwerkstechnik. Diese wird den Betrieb reibungsloser gestalten und dafür sorgen, dass Verspätungen reduziert werden. Die Deutsche Bahn hat sich vorgenommen, den infrastrukturbedingten Verspätungen um 20% bis 2027 entgegenzuwirken – ein Maßstab, der gerade für Pendler und Reisende von höchster Bedeutung ist.

Die geplanten Veränderungen sind nicht nur wichtig für die alltäglichen Nutzer der Bahn, sie könnten auch positiv zur regionalen und überregionalen Wirtschaft beitragen. Wenn das Reisewesen smoother und die Anschlüsse besser koordiniert werden, hat das sicherlich auch Auswirkungen auf die Tourismusbranche, die in Salzburg eine tragende Rolle spielt.

Die nächsten Monate werden also entscheidend für die Zukunft der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg sein, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Deutsche Bahn hält trotz Bedenken an den Totalsperrungen fest, in der Hoffnung, die Infrastruktur langfristig zu verbessern und somit das Reisen auf Schienen attraktiver zu gestalten.