In Salzburg, wo die Alpen den Himmel berühren und Traditionen tief verwurzelt sind, hat ein Streit um die Nonnen von Goldenstein für Aufsehen gesorgt. Das Land Salzburg fordert vom Augustinerstift Reichersberg rund 64.000 Euro zurück, die als Sozialhilfe für zwei Schwestern gezahlt wurden. Der Vorwurf: Die Ordensgemeinschaft habe Pflegeleistungen beantragt, obwohl ausreichend finanzielle Mittel vorhanden waren. Doch die Ordensleitung wehrt sich vehement und spricht von einem rechtskonformen Antrag. Hier wird die rechtliche Basis des Konflikts beleuchtet.

Laut dem Salzburger Sozialhilfegesetz steht Sozialhilfe nur Bedürftigen zu. Ein Missbrauch läge vor, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Die Ordensleitung stellte Anträge unter den bürgerlichen Namen der Schwestern, um Restkosten im Pflegeheim Kahlsperg zu decken. Doch als die Behörde von der fehlenden Vorlage des Übergabevertrags des Klosters Goldenstein erfuhr, wurden die Zahlungen eingestellt. Die Behörden argumentieren, dass die Verantwortung für die Versorgung der Schwestern beim Kloster liege, was durch den besagten Vertrag untermauert wird.

Der lange Schatten der Vergangenheit

Der Konflikt um die Nonnen von Goldenstein zieht sich bereits über Jahre. Die Gemeinschaft ist im September 2020 auf weniger als fünf Schwestern mit ewigen Gelübden geschrumpft. Im Jahr 2022 entzog der Vatikan der Gemeinschaft das Recht, eine eigene Oberin zu wählen, und ernannte Propst Markus Grasl zum geistlichen Oberen. Unter seiner Leitung übertrugen die verbliebenen Schwestern das Kloster an das Erzbistum Salzburg und das Stift Reichersberg, wobei ihnen ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert wurde – sofern es ihre Gesundheit erlaubt.

Im Dezember 2023 ordnete Propst Grasl die Übersiedlung der Nonnen in die Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg an. Diese Entscheidung fiel aufgrund des hohen Alters und der angeschlagenen Gesundheit der Schwestern sowie des schlechten baulichen Zustands des Klosters. Doch die Geschichte nahm im September 2025 eine unerwartete Wendung: Die Nonnen verließen das Pflegeheim und besetzten ihr früheres Kloster, unterstützt von rund 200 Helfern und internationaler Medienaufmerksamkeit. Ihr Anliegen fand Gehör und verschaffte ihnen fast 73.000 Follower auf Instagram – eine beeindruckende Zahl für eine Gemeinschaft, die im Schatten der Klostermauern lebt.

Ein klärendes Gespräch steht an

Die Vorwürfe, dass die Nonnen zu viel Sozialhilfe beantragt und bezogen hätten, wurden von der Ordensleitung entschieden zurückgewiesen. Laut Harald Schiffl, dem Sprecher des Ordensoberen, seien alle Anträge gesetzeskonform gestellt worden. Die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung habe die Anträge geprüft und bewilligt. Das Land Salzburg hingegen sieht durch den Übergabevertrag eine Änderung der rechtlichen Grundlage für den Bezug von Sozialhilfe.

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Für die Ordensgemeinschaft könnte der Ausgang des Streits weitreichende Folgen haben. Sollte die Bewilligung der Sozialleistungen zurückgezogen werden, wird das erhaltene Geld anstandslos rückerstattet. Ein klärendes Gespräch zwischen Propst Grasl und den Behörden ist bereits in Planung. In diesem Zusammenhang bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für die betagten Nonnen weiter entwickeln wird und ob eine Einigung erzielt werden kann.

Die Entwicklung der Pflege und die Herausforderungen, die mit der Betreuung älterer Menschen einhergehen, sind nicht nur in Salzburg von Bedeutung. Der Fachbereich Pflege & Gesundheit hat in den letzten Jahrzehnten viel bewirkt. Bis September 2016 war er Marktführer in der Pflegebranche und bot zahlreiche Dienste an, die vor allem auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen ausgerichtet waren. Diese umfassende Erfahrung zeigt, wie wichtig ein durchdachtes System in der Pflege ist, gerade in Zeiten, in denen rechtliche und finanzielle Fragen im Raum stehen.