In Salzburg wird der Umgang mit Wölfen in der Bergwelt neu geregelt. Am 10. April 2026 stellte die Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) gemeinsam mit Wolfsbeauftragtem Hannes Üblagger einen umfassenden Maßnahmenplan vor. Salzburg ist damit das erste Bundesland in Österreich, das präventive Lösungen zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft in Angriff nimmt. Ziel dieser neuen Verordnung ist es, einen rechtssicheren Rahmen zu schaffen, der den Schutz von Nutztieren gewährleistet, ohne dabei den europäischen Artenschutz zu verletzen. Der proaktive Ansatz soll helfen, Konflikte zu entschärfen, bevor sie zu Schäden führen.

Die aktuelle Bilanz zeigt, dass im vergangenen Jahr schätzungsweise zehn Wölfe in Salzburg aktiv waren. In der Saison 2025 wurden dabei 37 Nutztiere gerissen oder zu Tode gehetzt, vier Tiere wurden verletzt und 28 gelten als vermisst. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 gab es noch 74 gerissene Tiere. Ein Wolf wurde im Sommer 2025 in Maria Alm erlegt. Brennpunkte für die Wolfsaktivität sind vor allem die Regionen Pongau und Pinzgau, wo zuletzt im Oktober 2025 ein Wolf in Pfarrwerfen mittels DNA-Analyse bestätigt wurde. Dies geht einher mit dem ersten bestätigten Wolfsriss am 14. Juli in der gleichen Region.

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Schutzmaßnahmen und Entschädigungen

Die Schaf- und Ziegenhalter in Salzburg sind stark betroffen von den Übergriffen. In den betroffenen Gebieten wie Werfen, Niedernsill, Mühlbach und Saalbach wurden weitere Risse gemeldet. Der letzte gerissene Wiederkäuer wurde am 17. Oktober in Pfarrwerfen gefunden. Für die Verluste erhielten Salzburgs Almbauern insgesamt 15.000 Euro an Entschädigung, was als schnell und unbürokratisch beschrieben wurde. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da die EU-Kommission im April 2025 den Schutzstatus der Wölfe von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft hat, was jägerische Eingriffe erleichtert.

Die Einführung von Maßnahmengebieten hat sich ebenfalls bewährt. Diese wurden im Sommer 2025 um die Regionen Werfen, Niedernsill und Mühlbach ausgeweitet. In einigen dieser Gebiete waren bis zu drei aktive Wölfe unterwegs, was das Risiko von weiteren Übergriffen erhöht. Um die Weidetiere besser zu schützen, setzt Salzburg auf Herdenschutzmaßnahmen wie Herdenschutzhunde, Elektrozäune und Wildgatterzäune. Die Anschaffung eines Herdenschutzhundes kostet etwa 4.000 Euro, mit jährlichen Haltungskosten von 1.000 Euro.

Ein Blick über die Grenzen

Die Problematik des Wolfes ist nicht nur in Salzburg ein Thema. Auch in Deutschland haben sich die Zahlen von verwundeten und getöteten Tieren durch Wölfe drastisch erhöht. Im Jahr 2024 gab es rund 4.300 Tiere, die bei etwa 1.100 Übergriffen betroffen waren. Diese Entwicklung führt zu großen Sorgen bei Weidetierhaltern in ländlichen Regionen. Die Maßnahmen zur Unterstützung und zum Schutz von Weidetieren werden auch in Deutschland intensiv diskutiert, wobei Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen 2024 bei etwa 23,4 Millionen Euro lagen.

Die EU und die nationalen Behörden arbeiten daran, Lösungen zu finden, die sowohl den Schutz der Wölfe als auch den der Nutztierhaltung berücksichtigen. In Salzburg zeigen die neuen Regelungen einen innovativen Ansatz, um den Herausforderungen der Wiederansiedlung des Wolfes begegnen zu können, und könnten als Vorbild für andere Regionen dienen. Weitere Entwicklungen und Maßnahmen werden in den kommenden Monaten erwartet, um den Beschluss zur Herabstufung des Schutzstatus in eine praxisnahe Lösung umzusetzen.

Für mehr Informationen zu den Maßnahmen und den aktuellen Entwicklungen rund um den Wolf in Salzburg, lesen Sie gerne auch die detaillierten Berichte auf Salzburg24 und MeinBezirk.