In den letzten Jahren stehen Österreichs Regionalflughäfen, darunter auch der Flughafen Salzburg, zunehmend unter Druck. Standortkosten, der Wettbewerb um Fluggesellschaften und saisonale Schwankungen setzen den Einrichtungen zu. Während einige Flughäfen erfolgreich wirtschaften, kämpfen andere ums Überleben. Der Flughafen Salzburg, der zweitgrößte des Landes, versucht, sich gut zu positionieren, um der Konkurrenz standzuhalten und attraktive Verbindungen anzubieten. Wie airliners.de berichtet, sorgt die Geschäftsführerin Bettina Ganghofer für ein breit gefächertes Angebot von über 30 Direktverbindungen, auch wenn die emotionale Belastung durch die fehlende Anbindung an Wien spürbar ist.

Besonders in der Winterzeit ist der Flughafen Salzburg ein wichtiges Einfallstor für Touristen, vor allem aus Großbritannien, Skandinavien und Deutschland. An bis zu 15 Chartersamstagen kann der Flughafen bis zu 100 Flugbewegungen und täglich bis zu 20.000 Passagiere verzeichnen. Mit einem Einzugsgebiet von vier bis fünf Millionen Menschen aus angrenzenden Bundesländern und Teilen Bayerns hat Salzburg eine strategisch vorteilhafte Position zwischen den großen Drehkreuzen Wien und München.

Herausforderungen und Strategien

Die Nachfrage im Sommer hat sich in den letzten Jahren zunehmend ausgeglichen, was dem Flughafen Salzburg zugutekommt. Während der Winter meist von incoming Verkehr geprägt ist, hat sich die Sommerlage stabilisiert. Ganghofer verfolgt aktiv die Strategie, viele Direktverbindungen anzubieten, um den Passagieren Umstiege zu ersparen. Aktuelle besondere Verbindungen umfassen unter anderem Ziele wie Frankfurt, Istanbul, Dubai, Amsterdam und London. Ihre Wünsche richten sich auch auf Erweiterungen wie Spanien, Italien, Frankreich und die Ostküste der USA.

Allerdings ist die bestehende Luftverkehrssteuer von zwölf Euro pro Person kein unerheblicher Bremsfaktor. Diese Steuer, die seit 2011 für alle Abflüge von österreichischen Flughäfen gilt, könnte sich negativ auf die Ticketpreise auswirken, da die Fluggesellschaften diese Kosten oft an die Passagiere weitergeben. bmf.gv.at erläutert, dass die Abgabe für Passagiere, die mit motorisierten Luftfahrzeugen von österreichischen Flughäfen abfliegen, erhoben wird. Der Abgabenschuldner ist der Luftfahrzeughalter, während die Flughafenhalter für die Abgabe haften.

Politische Rahmenbedingungen

In der aktuellen Diskussion fordert Landeshauptmann Thomas Stelzer, die Zuständigkeit für die Flugabgabe auf die Länder zu übertragen. Ziel dieses Vorstoßes ist es, die Attraktivität des Flughafens Linz zu steigern und den Wettbewerb zu beleben. Laut nachrichten.at könnte eine Eigenverantwortung der Länder für die Einnahmen aus der Flugabgabe Regionalflughäfen besser absichern und deren Entwicklungsbedarf unterstützen. Dennoch äußert das Finanzministerium Skepsis und betont, dass die Sanierung der Staatsfinanzen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Schließlich reichten die Einnahmen aus der Flugverkehrsabgabe zuletzt für einen großen Teil der Haushalte der Länder.

Für den Flughafen Salzburg sind diese Themen besonders wichtig, da er plant, über 105 Millionen Euro in eine neue Terminallandschaft zu investieren, die jährlich bis zu zwei Millionen Passagiere bedienen kann. Eine große Herausforderung bleibt die Altlastensanierung, insbesondere die Beseitigung von Chemikalien aus Löschschaum, ein Thema, das Ganghofer mit Nachdruck angeht. Insgesamt erwarten die Verantwortlichen für 2025 rund 1,8 Millionen Passagiere, was einen Umsatz von etwa 80 Millionen Euro und einen Gewinn von rund sechs Millionen Euro generieren soll.

Mit insgesamt 430 Stammmitarbeitern und 150 Saisonkräften im Winter zeigt der Flughafen Salzburg, dass er die Bedeutung seiner Mitarbeiter als größtes Asset erkannt hat. Trotz aller Herausforderungen bleibt die Hoffnung auf künftiges Wachstum und Stabilität groß, denn der Standort hat viel zu bieten.