Ein faszinierendes Naturwunder ganz in der Nähe von Salzburg zieht nicht nur Touristen, sondern auch Wissenschaftler in seinen Bann: die Eisriesenwelt. Im Tennengebirge gelegen, gilt sie als die größte Eishöhle der Erde mit beeindruckenden 42 Kilometern Gesamtlänge. Davon sind jedoch nur etwa 1,5 Kilometer für Besucher zugänglich, die sich in Gruppen unter fachkundiger Führung durch das Kälte- und Eisreich bewegen können. Der Rundweg führt über 700 Stufen, die teils steil auf und ab gehen und so ein bisschen Fitness fordern. Professionelle Beleuchtung durch Karbidlampen und brennende Magnesiumstreifen sorgt für das nötige Licht in der dunklen Höhle. Jährlich strömen rund 160.000 Menschen zu diesem Naturjuwel, und viele besuchen es mehrmals, wie ndr.de berichtet.

Wer die Eisriesenwelt besuchen möchte, sollte allerdings gut vorbereitet sein. Empfohlene Ausrüstung umfasst eine wärmende Jacke, festes Schuhwerk sowie Mütze und Handschuhe, denn die Temperaturen in der Höhle liegen ganzjährig um die Null Grad. Der Eintrittspreis beträgt 38 Euro, inklusive Gondelaufstieg zur Höhle und einer 90-minütigen Führung.

Einblicke in die Wissenschaft

Die Eisriesenwelt ist nicht nur ein touristisches Highlight, sondern auch ein Ort der Forschung. Es gibt noch viele unerforschte Aspekte in dieser beeindruckenden Höhle. Wissenschaftler stellen sich Fragen wie: Warum wächst das Eis in Zeiten der Klimaerwärmung besonders stark? Welche Geheimnisse bergen die Eiskörper? Das Team um Viola Wörter aus dem Landesstudio Salzburg hat eine Dokumentation erstellt, die Forschungen begleitet und unter anderem die Eistemperaturen zu verschiedenen Jahreszeiten misst. Ein Kamerateam unter der Leitung von Alexander Proschek hat sogar einen neu entdeckten Teil des Höhlensystems filmisch festgehalten – ein potenzieller neuer Höhlenausgang könnte hier verborgen liegen, der für die Forschung von großer Bedeutung wäre, so orf.at.

Dennoch bleibt die Zukunft der Eishöhlen angesichts der globalen Erwärmung und des Klimawandels ungewiss. Eine aktuelle Studie der Universität Innsbruck beleuchtet den Rückgang des Eises in den alpinen Eishöhlen Österreichs. Allein in den letzten 40 Jahren hat die Eisgruben Eishöhle in Oberösterreich bis zu 10 Meter Eis verloren. Ähnliche Tendenzen zeigen sich in den vergangenen Jahrzehnten: Eishöhlen verzeichnen eine negative Massenbilanz, und kleinere Höhlen könnten in den nächsten Jahren ebenfalls an Eismasse verlieren. Die Studie wurde im Journal Scientific Reports veröffentlicht und betrachtet unter anderem die Wechselwirkungen zwischen vergangenen Gletschervorstößen und dem Eisgewinn in den Höhlen, berichtet uibk.ac.at.

Faszination und Verantwortung

Die Eishöhlen bieten nicht nur atemberaubende Anblicke, wie den Eiselefanten oder einen Raben aus der nordischen Mythologie, sie laden auch dazu ein, über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf unsere Natur nachzudenken. Jeder Besucher sollte sich der Verantwortung bewusst sein, die Natur zu schützen. Wer einmal durch die Eishriesenwelt gewandert ist, wird die einzigartigen Eisformationen, die jetzt schon durch steigende Temperaturen in ihrer Form bedroht sind, nie wieder vergessen.