Architektur ist mehr als nur das Errichten von Gebäuden; sie spiegelt das Leben der Menschen wider, die in und mit diesen Räumen agieren. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Salzburger Architektin und Moderatorin Ursula Spannberger. Am 10. März 2023 wurde sie mit dem Stadtsiegel in Silber ausgezeichnet, eine Ehrung, die ihr Engagement für Architektur, Baukultur und Partizipation würdigt. Seit 1990 ist Spannberger selbständig tätig und hat seitdem maßgeblich zur Entwicklung der Architektur in Salzburg beigetragen.

1993 war sie Mitgründerin der Initiative Architektur Salzburg sowie der Architekturstiftung Österreich. Ihr Buch „Raum wirkt“ aus dem Jahr 2021 thematisiert das Erkennen von Bedürfnissen in der Architektur und hebt die essenzielle Zusammenarbeit zwischen Architekten und zukünftigen Nutzern hervor. Bürgermeister Bernhard Auinger lobte ihre wertvolle Arbeit im Gestaltungsbeirat der Stadt Salzburg, wo sie ihre Expertise einbringen konnte.

Die RAUM.WERT-Methode

Ein zentrales Element in Spannbergers Schaffen ist die RAUM.WERT-Methode, die sie entwickelt hat, um architektonische Laien schon in der Planungsphase einzubinden. Diese Methode verfolgt das Ziel, die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzenden von Gebäuden oder Quartieren zu ermitteln, um verborgenes Potenzial in der Architektur zu maximieren. Dabei werden auch immaterielle Faktoren wie sozialer Zusammenhalt und Umweltverträglichkeit berücksichtigt. Der Nutzen dieser Methode kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie zur Erstellung von räumlichen Qualitätenkatalogen führt, die für Bildungsbauten, öffentliche Gebäude und die Gestaltung öffentlicher Räume von großer Bedeutung sind. Der Prozess dauert einige Wochen bis Monate und umfasst größere Gruppen von Teilnehmern, was eine breite und inklusive Diskussion ermöglicht.

Der Ablauf eines RAUM.WERT-Prozesses ist klar strukturiert und beginnt mit einer Auftragsklärung, gefolgt von mehreren Workshops, in denen die Bedürfnisse der Nutzer ermittelt und in einen räumlichen Qualitätenkatalog überführt werden. Die Methode hat sich besonders in der Gestaltung von Schulgebäuden bewährt, wo Spannberger über zwanzig Projekte realisierte, darunter die Volksschule Anif und den Schulcampus Radstadt.

Partizipation als Schlüssel zur nachhaltigen Architektur

Die Notwendigkeit der Partizipation in der Architektur wird auch in breiteren gesellschaftlichen Kontexten immer deutlicher. In einer demokratischen Gesellschaft ist die aktive Teilhabe an Architektur und Städtebau unerlässlich – sie beeinflusst nicht nur das Lebensumfeld, sondern hat auch Auswirkungen auf den Klimawandel. Nachhaltige Räume müssen vielseitig nutzbar und ressourcenschonend sein. Daher ist es von großer Bedeutung, dysfunktionale Strukturen zu vermeiden und neue Beteiligungsverfahren zu entwickeln, die politische Entscheidungsstrukturen hinterfragen.

Architekt:innen wie Ursula Spannberger setzen sich intensiv mit den Bedürfnissen der Nutzer:innen auseinander. In der sogenannten Planungsphase Null werden Funktionen und Anpassungen eines Gebäudes geklärt, um sicherzustellen, dass die Entwicklung sozial und kulturell wirksam ist. Die RAUM.WERT-Methode ist ein Beispiel für diesen dialogischen Ansatz, der es ermöglicht, die Erfahrungen und Ideen der Nutzer in die Planung einfließen zu lassen.

Durch die Einbindung von Nutzer:innen in den Planungsprozess wird nicht nur die Akzeptanz der Projekte gefördert, sondern auch eine Identifikation mit den geschaffenen Räumen erreicht. Positive Rückmeldungen von Teilnehmenden zeigen, dass diese neuen, partizipativen Methoden zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Architektur führen können.

Ursula Spannberger hat mit ihrer Arbeit und ihren innovativen Methoden einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung eines architektonischen Verständnisses geleistet, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Ihre Vision einer Architektur, die auf den Bedürfnissen der Nutzer basiert, wird nicht nur Salzburg bereichern, sondern auch weit darüber hinaus Wirkung zeigen. Für weitere Informationen über ihre Arbeit und die RAUM.WERT-Methode, besuchen Sie bitte die drehpunktkultur-Seite und die Website zur RAUM.WERT-Methode.