In einer überraschenden Wendung hat das Kuratorium der Salzburger Festspiele beschlossen, sich mit sofortiger Wirkung von Intendant Markus Hinterhäuser zu trennen. Die Entscheidung fiel nach einer Sitzung am 20. März 2026 und markiert das Ende einer intensiven, von Spannungen geprägten Ära. Hinterhäuser, der die Festspiele seit 2016 leitete, wird bis zum Ende seines laufenden Vertrags, der bis zum 30. September 2026 läuft, beurlaubt. Ein zuvor vereinbartes Vertragsverlängerung bis 2029 oder 2031 ist nun nicht mehr gültig. Die Kuratoriumsvorsitzende Karoline Edtstadler (ÖVP) hatte bereits angekündigt, man werde „zeitnah“ über Hinterhäusers Zukunft sprechen, doch die Gründe für die Trennung sind nun klar: „unüberbrückbare Auffassungsunterschiede und Differenzen“ sollen die Hauptursache sein.
Die Probleme zwischen Hinterhäuser und dem Kuratorium sind nicht neu. Bereits seit längerem gab es Differenzen, die schließlich zu dieser drastischen Entscheidung führten. Hinterhäuser war bekannt für seinen aufbrausenden Führungsstil und die Kritik an seiner Person kam sowohl von Mitarbeitern als auch von Politikern. Insbesondere seine „Wohlverhaltensklausel“, die an sein Verhalten gebunden war, geriet in den Fokus, als das Kuratorium angab, dass Hinterhäuser diese verletzt habe, indem er Präferenzen bei der Suche nach einer neuen Leitung der Theatersparte signalisiert hatte. Trotz seiner künstlerischen Erfolge und hohen Auslastungszahlen, die die Festspiele in den letzten Jahren verzeichnen konnten, war der Konflikt nicht mehr zu lösen.
Eine ungewisse Zukunft für die Festspiele
Das Kuratorium wird nun von Kristina Hammer und Lukas Crepaz in der operativen Leitung unterstützt, deren Verträge jedoch ebenfalls bald auslaufen. Die Salzburger Festspiele stehen somit ohne künstlerische Leitung da, während das Programm für den Sommer 2027 bereits weitgehend festgelegt ist. In der kommenden Sommersaison werden Werke von Peter Handke und Elfriede Jelinek uraufgeführt, die bereits auf großes Interesse stoßen.
Die Gespräche über eine Übergangs-Intendanz und die dauerhafte Nachfolge laufen bereits. Namen wie Barrie Kosky und Nikolaus Bachler werden in diesem Zusammenhang genannt, doch beide äußern sich nicht zu den Spekulationen über eine mögliche Nachfolge. Hinterhäuser selbst hat sich in einem kurzen Telefonat geäußert: „Ich bin total fertig, ich kann jetzt nicht reden.“
Die Situation wirft Fragen auf: Welche Auswirkungen wird die Trennung auf die Festspiele und deren Programm haben? Und wie wird sich die künstlerische Ausrichtung unter neuer Leitung entwickeln? Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die Zukunft einer der renommiertesten Kulturveranstaltungen, die Österreich zu bieten hat.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema lesen Sie auch die ausführliche Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung und die Analysen in Stern.



