Am 3. April 2026 blicken wir auf ein bedeutendes Kapitel der Salzburger Festspiele zurück, das von Markus Hinterhäuser geprägt wurde. Seine Ernennung zum Intendanten Ende 2016 wurde nicht nur von den Feuilletons, sondern auch von der Salzburger Bevölkerung mit großer Zustimmung aufgenommen. Hinterhäuser, der als Traumlösung für die Leitung des Klassikfestivals gilt, hat die Festspiele mit künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolgen geleitet.
Markus Hinterhäuser, der am Montag seinen 68. Geburtstag feierte, war bereits vor seiner offiziellen Ernennung in Salzburg bekannt. 1993 gründete er die Reihe „Zeitfluss“ bei den Festspielen, die er bis 2001 leitete. Zudem war er vier Jahre lang Konzertchef und übernahm ein Jahr lang die Rolle des Interimsintendanten. Seine musikalischen Fähigkeiten als Pianist brachten ihm bereits zuvor große Anerkennung in der Stadt.
Eine turbulente Amtszeit
Die Amtszeit von Hinterhäuser war jedoch nicht ohne Kontroversen. Nach einem Streit über seinen Führungsstil trennten sich die Salzburger Festspiele und Hinterhäuser kürzlich. In einer Mitteilung des Festspiel-Kuratoriums wurde bekannt gegeben, dass aufgrund „unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen“ eine Trennung erforderlich sei. Dies sorgte für großes Aufsehen in der Kulturszene und den Medien. Die Festspiele gelten als eines der wichtigsten Hochkultur-Events weltweit und die Differenzen zwischen Hinterhäuser und dem Aufsichtsgremium waren schon länger bekannt.
Ein zentraler Streitpunkt war eine Wohlverhaltensklausel, die 2024 in seinen Vertrag aufgenommen wurde, um sein Verhalten zu regeln. Hinterhäuser räumte ein, dass er ein „emotionaler, bisweilen auch impulsiver Charakter“ sei, und gab zu, dass er gegen diese Klausel verstoßen habe. Der Grund für den Verstoß war die Signalisation von Präferenzen für eine Kandidatin bei der Suche nach einer neuen Leitung der Theatersparte, ohne dass diese sich einem Hearing gestellt hatte.
Ein Blick in die Zukunft
Trotz der Konflikte leitete Hinterhäuser die Salzburger Festspiele mit hoher Auslastung und präsentierte hochkarätige Namen auf der Bühne. In der kommenden Sommersaison werden Werke von Peter Handke und Elfriede Jelinek uraufgeführt. Das Kuratorium bereitet bereits die Ära nach Hinterhäusers Abgang vor und Gespräche mit potenziellen Nachfolgern laufen. Barrie Kosky und Nikolaus Bachler werden als mögliche Kandidaten gehandelt, wobei Kosky sich zu den Spekulationen nicht äußert und Bachler erklärt, dass er sich nicht mit dem Thema beschäftigt.
Für weitere Informationen über die Entwicklungen rund um die Salzburger Festspiele und Hinterhäuser können Sie die Berichterstattung auf ORF Salzburg verfolgen. Eine detaillierte Analyse der Konflikte und Hintergründe finden Sie auch in der Berichterstattung des Tagesspiegels sowie in der Süddeutschen Zeitung.