Die Kunstszene in Salzburg hat in den letzten Wochen ein unerwartetes, aber spannendes Ereignis erlebt. Die geplante „Art & Antique“-Messe in der Salzburger Residenz, die für Januar 2026 angesetzt war, musste aufgrund einer überraschenden Nichtgenehmigung abgesagt werden. Diese Nachricht hat die heimischen Kunsthändler schockiert und hinterlässt große Unsicherheit in der Branche. Umso bemerkenswerter ist die schnelle Reaktion des Veranstalters Wolfgang Pelz und der Händlerin Sylvia Kovacek, die kurzerhand ein Ersatzformat auf die Beine gestellt haben: die Salzburg International Fine Art Fair (SIFAF).

Die SIFAF findet bis Montag im „Haus Koller“ am Waagplatz 2 statt und der Eintritt ist frei. Ein echter Glücksgriff für Kunstliebhaber, denn die Räumlichkeiten des „Haus Koller“, die früher als Gaststuben, Büros oder sogar Privaträume dienten, bieten eine charmante Kulisse. Die Ausstellungsräume sind nicht nur enger, sondern variieren auch zwischen rustikalem und modernem Ambiente, was die Besucher in eine „intimere“ und „persönlichere“ Atmosphäre eintauchen lässt. Einige Aussteller schaffen sogar einen Saloncharakter, wie etwa die Wiener Galerie Bel Etage mit ihrem Angebot aus der Jugendstil-Ära.

Die Vielfalt der Aussteller

Die SIFAF präsentiert ein hohes Niveau an Ausstellern, darunter renommierte Namen wie Wienerroither & Kohlbacher, Hieke aus Wien sowie Freller und Runge aus Linz. Besonders hervorzuheben sind die Werke der klassischen Moderne, die auf der Messe zu entdecken sind. Unter den Kunstwerken sticht die hohe Dichte an Kreuzarbeiten des verstorbenen Arnulf Rainer hervor, was möglicherweise auf die aktuelle Schau im Wiener Stephansdom zurückzuführen ist. Die Veranstaltung zieht nicht nur Kunstsammler an, sondern bietet auch die Möglichkeit für einen persönlichen Austausch zwischen Künstlern und Besuchern.

Kunstmarkt in Österreich

Der Kunstmarkt in Österreich ist ein bedeutender Teil der Kreativwirtschaft und umfasst rund 24.400 Unternehmen sowie 44.500 Beschäftigte. Internationale Galerien und Auktionshäuser spielen eine zentrale Rolle in diesem Markt. Das Dorotheum, eines der erfolgreichsten Auktionshäuser Europas, erzielte im ersten Halbjahr 2025 über 100 Millionen Euro Umsatz. Das Wiener Auktionshaus im Kinsky hat sich auf österreichische Künstler:innen fokussiert und erzielt damit internationale Aufmerksamkeit.

Christoph Schulenburg, Leiter der Abteilung Gemälde im Wiener Dorotheum, hebt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Kunstmarktes hervor, wobei Käufer:innen aus über 90 Ländern anziehen. Dennoch gibt es Herausforderungen: Lui Wienerroither, ein erfahrener Galerist, weist darauf hin, dass der Verkauf von hochpreisigen Werken, wie etwa von Picasso oder Monet, in Österreich schwierig sei. Die Käufer:innen für solche Werke sind einfach nicht in ausreichender Zahl vorhanden.

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Insgesamt zeigt sich, dass die SIFAF nicht nur eine Antwort auf die Absage der „Art & Antique“-Messe darstellt, sondern auch ein Zeichen für die Lebendigkeit und Resilienz der Kunstszene in Salzburg ist. Die Vielfalt und Qualität der ausgestellten Werke laden dazu ein, sich intensiver mit der Kunst auseinanderzusetzen und neue Perspektiven zu entdecken.